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zaterdag, 10 juli 2010 10:10

IBSV Musikparade : Holländer hüllten sich in Schwarz-Rot-Gold

Iserlohn. „Fußballbegeistert sind die alle“, sagt Thomas Nafe über die rund 300 Musiker, die am Sonntagmorgen ins Hemberg-Stadion einmarschierten. Und der Musikbeauftragte des IBSV muss es wissen, denn er musste schließlich zusammen mit seinem Team dafür sorgen, dass alle am Samstagnachmittag das WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Argentinien sehen konnten. Vielleicht kann man es von daher schon als eine Art Verneigung vor dem gegenwärtigen deutschen Angriffszauber werten, dass die Drum & Showfanfare Mr H. H. von der Zandt aus den Niederlanden komplett in Schwarz-Rot-Gold gehüllt einmarschierte und das Publikum im Stadion mit einem Programm ausschließlich aus deutschen Schlagern erfreute.

Der Auftritt der fidelen Holländer, die „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder „Ein Festival der Liebe“ schmetterten, war einer von vielen Höhepunkten bei der 41. internationalen Musikparade, die erneut eine tolle musikalische Mischung, viel Erheiterndes aber auch bewegende Momente bot. Und das obwohl der erste Höhepunkt - der spektakuläre Fallschirmsprung - ausfallen musste, weil das Flugzeug wegen schlechter Sicht in Brilon nicht starten durfte.

Ebenso wie die 1st Sauerland Pipes & Drums aus Iserlohn, deren Auftritt ausgesprochen gut ankam und die sich mit „Muss I denn“ von der jubelnden Masse verabschiedete. Danach sorgten verschiedene Militärbands für Begeisterung, darunter die Hemvärnets Musikkar Uppsala, die Salamanca Band of the Rifles aus Großbritannien oder die famose Band of the Island of Jersey, ebenfalls aus Großbritannien, die mit zackigem militärischen Bläsersound bestach, dann aber auch mit einem butterweichen „I am Sailing“ verblüffte.

Einen besonderen musikalischen wie optischen Höhepunkt bot die Show- und Marchingband Maastrichtse Verkennersband, die mit ihrem oftmals preisgekrönten Abba-Programm auftrumpfte. Und das polnische Orkiestra Garnizonowa Szcecin sorgte für riesiges Gelächter, als ihr Leiter, der im übrigen als einziger den Taktstab hochartistisch in die Höhe werfen konnte, der Band kurz den Rücken kehrte und sofort alles drunter und drüber ging. Das Publikum johlte und spendete stehende Ovationen. Bewegend wurde es wie immer am Ende, als sich alle sechs Bands vereinigten, um die deutsche Nationalhymne und die Europa-Hymne zu spielen. Schon zuvor gab es die unvergleichliche „Highland Cathedral“ zu hören, die sich weltweit als geheime Nationalhymne der Schotten der durchgesetzt hat, in Wirklichkeit aber erst 1982 von den beiden deutschen Komponisten Ulrich Roever und Michael Korb geschrieben wurde. War auch das schon eine Verneigung vor dem kommenden Weltmeister?